Neun Monate nach dem ers­ten Spatenstich hat die Wohnungsgenossenschaft Viersen das Richtfest der 1. Viersener Klimaschutzsiedlung ge­fei­ert. An der Oststraße ent­steht das öko­lo­gischs­te Wohnquartier der Stadt mit drei Passivhäusern und 48 Wohnungen.

Erdwärme, Photovoltaik und Solarthermie, Speichersysteme für Warmwasser und Sonnenstrom, Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung, E-Mobilität: „Die Klimaschutzsiedlung wird Umweltstandards set­zen“, be­ton­te Heinz Fels, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Viersen. Das Projekt er­füllt die höchs­ten Anforderungen der KfW-Bank und ist als Klimaschutzsiedlung des Landes NRW of­fi­zi­ell an­er­kannt. Dafür muss­te das Konzept stren­ge en­er­ge­ti­sche, öko­lo­gi­sche und so­zia­le Vorgaben er­fül­len.

Heinz Fels dank­te den Handwerkern und Baubeteiligten für die bis­her ge­leis­te­te Arbeit. 33 ver­schie­de­ne Betriebe und Gewerke sind mit dem Bau be­schäf­tigt, vom Aufzugsbauer bis zum Zimmerermeister Richard Greitemann, der den tra­di­tio­nel­len Richtspruch sag­te. Alleine 166 Tonnen Stahl wur­den in der Wohnanlage ver­baut – „das ent­spricht dem Gewicht ei­nes Airbus mit 400 Passagieren“, so Fels.

Die Wohnungsgenossenschaft Viersen in­ves­tiert fast elf Millionen Euro in das Projekt. Voraussichtlich im Mai 2018 wer­den die ers­ten Mieter in die Klimaschutzsiedlung zie­hen. Die ins­ge­samt 48 Wohnungen sind zwi­schen 49 und 109 qm groß. Damit kön­nen die Wohnbedürfnisse von al­lein­ste­hen­den Menschen eben­so er­füllt wer­den wie die ei­ner grö­ße­ren Familie. Drei Ein-Raum-Appartements bis 30 qm ver­voll­stän­di­gen das Wohnangebot – sie kön­nen auch als „Satellitenwohnungen“ et­wa für äl­te­re Kinder, ei­ne Pflegekraft oder ein Büro ge­nutzt wer­den. Es gibt be­reits zahl­rei­che Mietinteressenten. Sie wa­ren zum Richtfest ein­ge­la­den.

Die Klimaschutzsiedlung bie­tet den künf­ti­gen Bewohnern die Möglichkeit, elek­trisch mo­bil zu sein: Die Wohnungsgenossenschaft Viersen will ein oder zwei Elektrofahrzeuge in ei­nem Carsharing-Modell zur Verfügung stel­len. Außerdem sind Unterstell- und Auflademöglichkeiten für E-Bikes be­rück­sich­tigt. Die Wohnanlage wird über ei­nen Gemeinschaftsraum ver­fü­gen. Hier kön­nen bei­spiels­wei­se Familienfeiern statt­fin­den, au­ßer­dem plant die Wohnungsgenossenschaft re­gel­mä­ßi­ge Lesungen. „Bei al­ler Technik soll die Klimaschutzsiedlung ein Zuhause für Menschen sein“, be­ton­te Heinz Fels.

Bürgermeisterin Sabine Anemüller be­zeich­ne­te die Klimaschutzsiedlung als „her­aus­ra­gen­des städ­te­bau­li­ches Leuchtturmprojekt für Alt und Jung“. Neben den tech­ni­schen Innovationen hob sie her­vor, dass die Anlage „Wohn- und Lebensraum für al­le Familienmodelle bie­tet und ganz be­wusst auf Gemeinschaft setzt“. Die Bürgermeisterin gra­tu­lier­te der Wohnungsgenossenschaft zum Mut, sich die­ses Vorhabens an­ge­nom­men zu ha­ben.