Pünkt­lich zum Start strahlte die Sonne: Sogar das Wetter spielte mit, als die Wohnge­nos­sen­schaft Viersen den symbo­li­schen ersten Spaten­stich für die neue Klima­schutz­sied­lung ausführte. An der Oststraße entstehen 48 Wohnungen. Rund 70 Menschen werden demnächst in „Viersens ökolo­gischstem Wohnquar­tier“ (Rheini­sche Post) leben.

Auch Bürger­meis­terin Sabine Anemüller griff zum Spaten. Zuvor lobte sie die Initia­tive der Wohnungs­ge­nos­sen­schaft Viersen. „Ich freue mich immer, wenn ich Baukräne in der Stadt sehe“, sagte Anemüller. Sie würdigte die zukunfts­wei­sende Bautechnik der Klima­schutz­sied­lung. Die insge­samt drei Gebäude werden als Passiv­häuser errichtet. Für Behei­zung und Warmwas­ser­be­rei­tung sorgt ein System aus Solar­flä­chen, Photo­vol­taik und Erdwärme.

Unter den Gästen des Spaten­stichs war auch Andreas Gries von der Energie­agentur NRW – sie hat das Baupro­jekt offiziell als eine von 100 Klima­schutz­sied­lungen im Land anerkannt. Zudem erfüllt die Maßnahme die strengen Standards des KFW Effizi­enz­haus 40 Plus. Die Wohnungen werden ohne Mietpreis­bin­dung (also öffent­liche Förde­rung) errichtet. Nicht nur ökolo­gisch errei­chen die drei Gebäude modernste Standards: Sie sind auch barrie­rearm – alle Wohnungen sind mit Aufzügen erreichbar. Äußerst innovativ ist auch das Konzept der Wohnungs­ge­nos­sen­schaft Viersen zur Elektro­mo­bi­lität: Sie will den künftigen Bewoh­nern E‐Autos in einem Carsharing‐Modell zur Verfü­gung stellen. Betankt werden die Elektro­fahr­zeuge mit dem Strom, den die Klima­schutz­sied­lung selbst produ­ziert.

Unser Anspruch und die Forde­rung an das Bauvor­haben sind hoch“, sagte Heinz Fels, Vorstands­mit­glied der Wohnungs­ge­nos­sen­schaft. Damit meinte er nicht nur den Klima­schutz. Fels äußerte auch den Wunsch, „dass die Klima­schutz­sied­lung die zukünf­tigen Bewohner zu einer Wohnge­mein­schaft zusam­men­schmiedet“. Die Wohnungs­ge­nos­sen­schaft will Gemein­sam­keit fördern und gegen Verein­sa­mung wirken. „Hierfür planen wir zum Beispiel regel­mä­ßige Lesungen mit Gedan­ken­aus­tausch und eine Bücher­ecke im Foyer“, sagte Heinz Fels.

Zu den insge­samt 48 Wohnungen gehören 33 Zweizim­mer­woh­nungen von 49 bis 79 qm, 8 Dreizim­mer­woh­nungen von 72 bis 97 qm sowie 4 Vierzim­mer­woh­nungen von 95 bis 109 qm. Drei Apart­ments bis 30 qm vervoll­stän­digen das Wohnan­gebot – sie können auch als Satel­li­ten­woh­nungen genutzt werden.

Wenn alles nach Plan läuft, können die Mieter am 1. Juni 2018 in die Klima­schutz­sied­lung einziehen. Inter­es­senten melden sich bei der Wohnungs­ge­nos­sen­schaft Viersen unter Telefon 02162–939970 oder per Mail an wohnen@klimaschutzsiedlung-viersen.de.